Starke Regelblutung

5. Mai 2016 - 07:00

Hormone können die ganze Welt auf den Kopf stellen

Schon auf dem Weg zur Arbeit sind Sie missmutig gestimmt, beim Eintreffen im Büro gesellen sich noch quälende Kopfschmerzen hinzu. Und das, obwohl Sie heute den ganzen Tag in einer wichtigen Besprechung sitzen! Es ist wieder soweit – Ihr Körper meldet sich wie jeden Monat mit den typischen Begleiterscheinungen zu Wort, die die Periode mit sich bringt. An diesen speziellen Tagen können uns die Hormone den Alltag ganz schön schwer machen!

Alles über die Hormontherapie

Wenn Sie an einem starken menstruellen Blutverlust leiden, ist Ihnen wahrscheinlich nichts lieber, als eine Lösung zu finden und den Alltag wieder unbeschwert bestreiten zu können. Eine mögliche Behandlung ist die Hormontherapie. Hier wird ein Arzneimittel mit Östrogen und/oder Progestin verabreicht, das die Gebärmutterschleimhaut dünner werden lässt und dadurch den starken Blutverlust verringert. Beispiele für hormonale Behandlungen sind die Antibabypille und die Spirale. 

Allerdings: Für viele Frauen geht eine Hormonbehandlung mit unangenehmen Nebenwirkungen einher, zum Beispiel Unruhegefühle, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Akne oder eine Gewichtszunahme. Zudem zeigt die Therapie nicht immer die gewünschte Wirkung und der Blutverlust ist manchmal genauso stark wie zuvor. Für eine von drei Frauen sind dies Gründe, um die Hormontherapie zu beenden und sich auf die Suche nach einer wirklich effektiven Behandlung zu machen.

Behandlung ohne Hormone

Und die gibt es! Neben der Hormontherapie kann zum Beispiel auch an Dilatation und Kürettage, Endometriumablation und die Entfernung der Gebärmutter gedacht werden. Wir verraten, welche Therapien sich hinter den komplizierten Fachbegriffen verbergen.

Dilatation und Kürettage

Bei der Dilatation und Kürettage (D&C) wird die oberste Schicht der Gebärmutterschleimhaut abgetragen. Dieses Verfahren wird häufig angewendet, um die Ursache für die starken Blutungen festzustellen. Als gezielte Therapie der Beschwerden kommt sie jedoch nicht infrage, da sie keine dauerhafte Lösung bietet. Die D&C sorgt lediglich über ein paar Zyklen hinweg für eine leichtere Menstruation.

Endometriumablation

Diese Methode gleicht der vorherigen Behandlungsoption, allerdings bietet dieser Eingriff eine langfristige Lösung für starken Blutverlust. Bei der Endometriumablation wird die Gebärmutterschleimhaut dauerhaft entfernt. Ein Beispiel für die Endometriumablation, die sich bei vielen Frauen als erfolgreich erwiesen hat, ist die NovaSure-Behandlung. Bei dieser Methode nutzt man Hitze, um die Gebärmutterschleimhaut zu veröden, sodass sie sich während des Zyklus nicht neu aufbaut. Die Gebärmutter selbst bleibt erhalten. Nach dem minimal-invasiven Eingriff benötigen die Patientinnen meist nur eine kurze Genesungszeit und können schon bald wieder vollständig am Leben teilnehmen. 

Die Methode eignet sich für Frauen, die mit der Familienplanung abgeschlossen haben, da nach dem Eingriff eine Schwangerschaft vermieden werden muss. Mittlerweile haben sich mehr als zwei Millionen Frauen für die NovaSure-Behandlung entschieden und konnten ihren starken Regelblutungen ein Ende setzen.

Gebärmutterentfernung

Eine weitere Alternative zur Hormontherapie ist die Hysterektomie, also das Entfernen der Gebärmutter. Dies bedeutet: Eine schwere Operation mit einem Genesungszeitraum von mindestens 6 Wochen. Während des Eingriffs wird die Gebärmutter über einen Schnitt in der Bauchwand vollständig entfernt. Dadurch bleibt die Periode künftig aus, eine Schwangerschaft ist jedoch ebenfalls nicht mehr möglich. Zudem kann der Eingriff unangenehme Komplikationen nach sich ziehen – zum Beispiel Inkontinenz oder eine Beckenbodensenkung.

Schauen und vergleichen Sie!

Eines ist sicher: Sie sind Ihren starken Regelblutungen nicht hilflos ausgeliefert. Vereinbaren Sie am besten einen Termin bei Ihrem Frauenarzt und lassen Sie sich von ihm beraten, welche Behandlungsoptionen für Sie geeignet sind. Nehmen Sie sich genug Zeit, die einzelnen Alternativen miteinander zu vergleichen und die Vor- und Nachteile gegeneinander abzuwägen. Gemeinsam finden Sie so sicherlich eine passende Therapie, die Ihren Wünschen und Bedürfnissen gerecht wird!

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