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Periode im Leistungssport: Tabu oder Topthema?

In diesem Jahr finden die Olympischen Sommerspiele in Tokio statt. Vom 23. Juli bis 8. August 2021 werden Männer und Frauen aus aller Welt sportliche Höchstleistungen vollbringen. Doch wie gehen Teilnehmerinnen damit um, wenn sie ausgerechnet in diesem für ihre Karriere so wichtigen Zeitraum ihre Tage haben? Können sie heutzutage offen darüber sprechen, wenn die Periode sich negativ auf ihre Leistungsfähigkeit auswirkt? Wir haben uns für Sie auf die Suche nach Antworten gemacht.

Menstruation und Leistungsfähigkeit

Abgeschlagenheit, Wasseransammlungen, Krämpfe im Unterleib – die Tage vor oder während der Periode können mit unangenehmen körperlichen Beschwerden einhergehen, die betroffene Frauen bereits im Alltag stark einschränken. Umso schwieriger muss es für Profi-Sportlerinnen sein, zu diesem Zeitpunkt ihres Zyklus auf Knopfdruck Bestleistungen zu zeigen. Denn dass die Zyklusphase die sportliche Leistungsfähigkeit von Frauen individuell beeinflussen kann, ist schon länger bekannt.

Forscher der Universität Bochum fassen Erkenntnisse zu Menstruation und Sport folgendermaßen zusammen: Sowohl die Trainierbarkeit als auch die Leistungsfähigkeit einer Frau kann abhängig von ihrer Zyklusphase schwanken. Vor allem bei Ausdauersportarten scheint die Periode negative Auswirkungen auf die körperliche Leistung haben zu können. Die Effekte sind jedoch sehr individuell. So können die Körper einzelner Sportlerinnen unterschiedliche und sogar gegensätzliche Reaktionen zeigen. Gründe dafür können individuelle Schwankungen des Hormonhaushalts sein.

Mehr zum Thema Sport während der Menstruation lesen Sie im Blogbeitrag „Periode und Sport: Worauf muss ich achten?“

Periode und Sport: Den Frauen ist es peinlich

Dass die Periode es Frauen durchaus erschweren kann, sportliche Herausforderungen zu meistern, erfuhr im Jahr 2016 die chinesische Schwimmerin Fu Yuanhui am eigenen Leib: Nachdem ihr Staffel-Team bei den Olympischen Spielen in Rio den 4. Platz belegt hatte, überraschte sie mit der ehrlichen Einschätzung, dass sie sich aufgrund ihrer Menstruation erschöpft gefühlt habe.

Doch ein so offener Umgang mit dem Thema Periode ist für viele Sportlerinnen leider noch immer nicht selbstverständlich. In einer BBC-Umfrage aus dem Jahr 2020 gaben 60 Prozent der über 500 teilnehmenden Sportlerinnen an, dass ihre Periode sich auf ihre sportliche Leistung auswirkt beziehungsweise bereits dazu geführt hat, dass sie ein Training oder einen Wettbewerb ausfallen lassen mussten. Dennoch fanden es 40 Prozent der Befragten unangenehm, mit ihren Trainern über ihre Periode zu sprechen.

Mehr Aufklärungsarbeit ist nötig

Verwunderlich ist das leider nicht, denn selbst im Alltag fällt es nicht allen Frauen immer so leicht, offen mit ihrer Periode und den Problemen, die sie bereiten kann, umzugehen. Das ist schade, denn monatliche Beschwerden wie beispielsweise eine ungewöhnlich starke oder lange Monatsblutung müssen Betroffene nicht stillschweigend hinnehmen. Mit der richtigen Behandlung kann vielen von ihnen geholfen werden. Hier ist also noch einiges an Aufklärungsarbeit nötig, um aus dem Tabu ein Thema zu machen – sowohl im Alltag als auch im Leistungssport!