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Verhütung nach dem Goldnetz-Eingriff: Alles ist erlaubt

„Haben Sie mit der Familienplanung bereits abgeschlossen?“ Diese Frage stellen Frauenärzte meist schon zu Beginn des Beratungsgesprächs, wenn Patientinnen sich nach der NovaSure-Methode erkundigen. Denn der Eingriff, mit dem sich starke Regelblutungen auf sanfte Weise lindern lassen, eignet sich ausschließlich für Frauen, die nicht mehr schwanger werden wollen. Die Verhütung bleibt jedoch auch nach dem Eingriff ein Thema. Wir klären, was dahintersteckt.

Gebärmutterschleimhaut: Ein kleiner Rest kann bleiben

Bei dem minimalinvasiven Eingriff mit NovaSure nutzt der behandelnde Arzt eine Art Goldnetz, um die Gebärmutterschleimhaut zu veröden. Diese kann sich während der folgenden Zyklen nicht mehr komplett aufbauen, wodurch die vormals starke Regelblutung vermindert wird. Allerdings muss dabei beachtet werden, dass auch nach einem erfolgreichen Eingriff eventuell ein kleiner Rest der Gebärmutterschleimhaut im Uterus verbleibt. Unter bestimmten Umständen kann sich in diesen Inseln eine befruchtete Eizelle einnisten und heranwachsen – eine Schwangerschaft ist also in seltenen Fällen noch möglich.

Versorgung mit Nährstoffen ist nicht gewährleistet

Nistet sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutterschleimhaut ein, bildet sich der Mutterkuchen, auch Plazenta genannt. Die Plazenta besteht sowohl aus mütterlichen Zellen als auch aus Zellen des Embryos. Während einer Schwangerschaft hat die Plazenta unter anderem die Aufgabe, das heranwachsende Kind mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen.

Nach einer Verödung der Gebärmutterschleimhaut können beim Aufbau der Plazenta jedoch Komplikationen auftreten. Die Versorgung des Embryos kann somit nicht mehr garantiert werden, und es sind ernste Komplikationen möglich. Aus diesem Grund muss eine Schwangerschaft nach dem Eingriff mit NovaSure vermieden werden. Eine gewissenhafte Verhütung ist bis zum Ende der Wechseljahre notwendig.

Freie Wahl der Methode

Die gute Nachricht: Bei der Wahl der Verhütungsmethode sind Patientinnen auch nach der Verödung der Gebärmutterschleimhaut nicht eingeschränkt – grundsätzlich können sie die zuvor bevorzugte Variante weiterhin nutzen. Welche Methode für sie persönlich infrage kommt, ob Antibabypille, Kondom oder Spirale, sollte jede Patientin mit ihrem Frauenarzt besprechen. Falls eine Sterilisation gewünscht ist, kann diese unter bestimmten Voraussetzungen eventuell mit dem Eingriff mit NovaSure kombiniert werden.

Sterilisation – die Alternative für Männer

Doch selbstverständlich ist Verhütung nicht nur Frauensache. Da die Familienplanung vor dem NovaSure-Eingriff ohnehin abgeschlossen sein muss, kann es für langjährige Paare eventuell sinnvoll sein, wenn sich der Partner sterilisieren lässt. Bei der sogenannten Vasektomie werden die Samenleiter durchtrennt. Möglich wird der Eingriff durch einen kleinen Schnitt in der Haut des Hodensacks. Die Enden des Samenleiters werden vernäht oder verödet. Die Spermien können so bei einer Ejakulation nicht mehr in die Samenflüssigkeit gelangen.

Allerdings: Bis sich tatsächlich keine lebensfähigen Spermien mehr im Ejakulat befinden, kann es einige Wochen bis Monate dauern. Bis eine Laboruntersuchung Entwarnung gibt, müssen Paare daher weiterhin verhüten.

Meist kann der Eingriff ambulant und unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Eine Vasektomie ist somit weitaus unkomplizierter als eine Sterilisation der Frau – und mit weniger Komplikationen verbunden. Männer, die sich für eine Sterilisation interessieren, sollten sich von einem Urologen beraten lassen.