19. November 2018 - 13:39

Zahnfleischbluten während der Periode: Was steckt dahinter?

Zweimal täglich, immer von Rot nach Weiß fegen und dabei die leichten Rüttelbewegungen nicht vergessen – aber bloß nicht zu fest aufdrücken! Na, ahnen Sie schon, worum es geht? Richtig, so oder zumindest so ähnlich lautet derzeit die von Experten empfohlene Anleitung zum richtigen Zähneputzen.

Doch auch, wer den Ratschlägen gewissenhaft folgt, kann sich hin und wieder mit Zahnfleischbluten herumplagen. Weibliche Betroffene sollten das nächste Mal einen Blick auf ihren Zykluskalender werfen: Kann es eventuell sein, dass Ihre Periode kurz bevorsteht? Zugegeben, der Zusammenhang scheint auf den ersten Blick aus der Luft gegriffen zu sein. Doch erstaunlicherweise kann da durchaus etwas dran sein …

Hormone wirken im ganzen Körper

Der weibliche Zyklus wird durch ein Auf und Ab verschiedener Hormone gesteuert. So sorgen unter anderem die Hormone Östrogen und Progesteron dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut und stärker durchblutet wird, damit sich bei Bedarf eine befruchtete Eizelle einnisten kann. Doch der Effekt beschränkt sich nicht zwingend auf den Unterleib. So ist es zum Beispiel möglich, dass bei manchen Frauen einige Tage vor der Periode auch das Zahnfleisch anschwillt. Dadurch wird es empfindlicher und kann durch den Druck beim Zähneputzen leichter zu bluten anfangen. Experten sprechen daher manchmal auch von einer „Menstruations-Gingivitis“.

Normalerweise sind Bakterien die Übeltäter

Als Gingivitis bezeichnet der Zahnarzt eine Entzündung des Zahnfleisches. Normalerweise wird diese durch Bakterien ausgelöst, die natürlicherweise im Mundraum vorkommen. Durch eine gründliche Zahnpflege werden die Bakterien regelmäßig entfernt und richten dann idealerweise keinen weiteren Schaden an. Doch sind wir in dieser Hinsicht ein wenig nachlässig, vermehren sich die Bakterien stark und sammeln sich als Zahnbelag – als sogenannte Plaque – auf der Zahnoberfläche und am Zahnfleischrand an. Sie setzen Giftstoffe frei, durch die sich das Zahnfleisch entzünden kann. Dieses ist dann gerötet und geschwollen, und beginnt häufig schon bei leichten Berührungen zu bluten.

Bei den beschriebenen Symptomen sollte immer ein Zahnarzt um Rat gefragt werden. Denn wird eine Gingivitis nicht behandelt, besteht die Gefahr, dass sie sich zu einer Parodontitis entwickelt – einer Entzündung des Zahnhalteapparates. Im Verlauf der Erkrankung weicht das Zahnfleisch immer weiter zurück, die Zähne sitzen lockerer. Im schlimmsten Fall können sie sogar ausfallen.

Die Zahnseide nicht vergessen

Was aber heißt das nun für die Menstruations-Gingivitis? Studien deuten darauf hin, dass die hormonellen Veränderungen kurz vor der Regelblutung eine bereits bestehende Entzündung des Zahnfleisches verstärken können. Kann der Zahnarzt ausschließen, dass dem monatlich auftretenden Zahnfleischbluten eine bakterielle beziehungsweise behandlungsbedürftige Ursache zugrunde liegt, sollte das Phänomen kurz nach der Regelblutung von selbst verschwinden. Dennoch ist es wichtig, in den Tagen vor den Tagen ganz besonders auf eine gewissenhafte Zahnpflege – bis in die Zahnzwischenräume – zu achten. Denn durch die Miniverletzungen im Zahnfleisch können Bakterien sonst leichter eindringen und Entzündungen verursachen. Also: Beim nächsten Tampon-Kauf direkt Zahnseide und Mundspülung mitnehmen!

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