Wechseljahre

20. November 2017 - 07:05

Wechseljahre! Was Sie über die Menopause wissen sollten

Hat hier jemand die Heizung aufgedreht? Oder sind das etwa schon die Wechseljahre samt Hitzewallungen …?! Gedanken wie diese kommen Frauen ab Mitte 40 eventuell bekannt vor. Das nahende Ende ihrer Fruchtbarkeit löst bei ihnen nicht nur die gefürchteten Symptome, sondern manchmal auch ein klein wenig Panik aus: Was genau erwartet mich in der sogenannten Perimenopause? Und welche Überraschungen hält mein Körper in der Zeit vor und nach der Menopause wohl noch für mich bereit?

Auf dem Weg zur Perimenopause: das kritische Alter

Menopause, Prämenopause, Postmenopause, Perimenopause ... Für die Zeit rund um den Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt kennen Experten viele schlaue Begriffe. Was steckt dahinter? Ein kurzer Definitionsversuch:

  • Die Menopause ist der Zeitpunkt, an dem eine Frau zum letzten Mal ihre Menstruation hat – das durchschnittliche Alter der Frauen liegt bei etwa 51 Jahren.
  • Als Prämenopause bezeichnet man die Jahre, in denen der Körper die Produktion der Hormone Östrogen und Progesteron langsam, aber sicher immer weiter zurückfährt. Die Fruchtbarkeit nimmt ab, eine Schwangerschaft wird schwieriger. Zudem können Blutungsstörungen auftreten.
  • Die Perimenopause umfasst rund 4 Jahre, die direkt um die Menopause herum liegen. Sie endet 12 Monate nach der letzten Regelblutung.
  • Die Postmenopause beginnt nach der Perimenopause.

Schlafstörungen, starke Blutungen: Östrogene in Aufruhr

In den Wechseljahren wird der Hormonhaushalt also kräftig durcheinandergewirbelt. Das Östrogen, von dem nun immer weniger hergestellt wird, ist übrigens auch an der Wärmeregulierung des Körpers beteiligt – also kein Wunder, dass unser innerer Thermostat hin und wieder durcheinandergerät! Doch nicht nur Hitzewallungen gehören zu den typischen Symptomen der Wechseljahre: Viele Frauen klagen über Kopfschmerzen, nächtliches Schwitzen oder ein aufgeblähtes Gefühl im Unterleib. Auch Stimmungsschwankungen und Nervosität können auftreten, ebenso wie depressive Verstimmungen, Schlafstörungen und eine schwächer werdende Libido.

Das Chaos der Hormone hat natürlich auch Einfluss auf den Menstruationszyklus: Selbst bei Frauen, die sonst immer die Uhr nach ihrer Periode stellen konnten, treten nun eventuell Unregelmäßigkeiten auf. Völlig unverhofft kann die Regelblutung reduziert auftreten, eventuell mit Zwischenblutungen einhergehen, einen Zyklus überspringen – oder aber ganz besonders stark ausfallen.

Sanfte Hilfe bei Wechseljahrsbeschwerden

Die Prämenopause setzt bei vielen Frauen Mitte 40 ein. Einige Frauen bemerken allerdings schon zehn Jahre früher erste Anzeichen. Prima Aussichten also ...

Doch Kopf hoch: Zum Glück sind wir den Widrigkeiten der Wechseljahre nicht völlig hilflos ausgeliefert. Klar, künstliche Hormone können helfen, die Beschwerden zu lindern – doch die Therapie kann starke Nebenwirkungen haben, kommt nicht für jede Frau infrage und ist zudem nicht jedermanns Sache. Gut also, dass es Alternativen gibt. Gegen sehr starke Regelblutungen kann auch Frauen in den Wechseljahren zum Beispiel eine Verödung der Gebärmutterschleimhaut helfen.

Weniger Kaffee, mehr Yoga

Häufig leisten auch kleine Änderungen im Alltag einen Beitrag zu einem unbeschwerten Hormonumschwung. Ein Beispiel: Kaffee und Alkohol regen den Kreislauf an und können Hitzewallungen Vorschub leisten – hier lohnt sich also etwas Zurückhaltung. Vorsicht ist auch bei Chili & Co. geboten. Scharf gewürzte Speisen fahren die innere Heizung hoch.

„Bewegung hilft!“ Die alte Binsenweisheit der Fitness-Fans wird gerade jetzt zur goldenen Regel – und das gleich dreifach: Regelmäßiger Sport beugt überflüssigen Pfunden vor, baut Stresshormone ab und sorgt für gute Laune! Also, legen Sie los und machen Sie sich auf zum Schwimmen, Yoga, Kraftsport, Radeln oder Laufen. Wetten, dass Sie nach der abendlichen Walking-Runde wie ein Baby schlummern werden?

Adieu, PMS und Unterleibskrämpfe!

Übrigens, noch etwas anderes hilft, die aufregende Phase rund um die Menopause gelassen zu überstehen: eine positive Einstellung. Zugegeben, bei einer akuten Hitzewallung ist das leichter gesagt als getan. Und dennoch kann frau dem bevorstehenden Abschnitt auch Gutes abgewinnen. Erstens: Die Perimenopause ist nur ein Übergang von einer Lebensphase in die nächste − ein Ende der lästigen Symptome ist also in Sicht. Zweitens: Sind die Wechseljahre erst einmal überstanden, gehören PMS, Unterleibskrämpfe, Brustspannen und andere monatliche Störfaktoren der Vergangenheit an. Und drittens: Über Verhütung müssen Sie sich dann auch keine Gedanken mehr machen!

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