Starke Regelblutung

2. Januar 2018 - 07:30

Während der Periode Sport machen oder sich schonen?

Die ersten Tage eines neuen Jahres sind die Zeit der guten Vorsätze. Ganz oben auf der Liste vieler Deutscher: mehr Sport! Auch ich habe mir Silvester vorgenommen, mich nach den üppigen – und zugegebenermaßen eher faulen – Feiertagen mal wieder mehr zu bewegen. Allerdings bereitet Mutter Natur meiner eisernen Entschlossenheit ein jähes Ende. Die Periode setzt ein und an den ersten zwei Tagen habe ich Rückenschmerzen, gefolgt von einem Spannungsgefühl im gesamten Unterleib. Dann kommen lästige Bauchkrämpfe hinzu. Nach einem Workout ist mir jetzt wirklich nicht zumute. „Du musst Sport machen während der Periode. Das hilft“, hat mir eine Kollegin geraten. Von meiner Schwester höre ich dagegen immer: „Du solltest dich mehr schonen.“ Ja, was denn nun? Ich möchte es genau wissen – wie ist die Studienlage?

Welcher Sport während der Periode?

Beginnen wir mit den deprimierenden Fakten: Eine Befragung von über 4.000 Frauen in insgesamt acht verschiedenen Ländern hat ergeben, dass die Menstruation ihre Lebensqualität beeinträchtigt, unter anderem verzichten sie auf Sport während der Periode.

Jetzt kommt die gute Nachricht: Das wäre gar nicht nötig. Denn Sportlerinnen haben deutlich seltener Beschwerden während der Menstruation. Am besten geht es Frauen, die schwimmen, Synchronschwimmen betreiben oder Wasserpolo spielen. Die Wissenschaftler vermuten, dass es mit dem positiven Effekt des Wassers zusammenhängt – es entspannt während der Periode. Übrigens gilt das auch fürs prämenstruelle Syndrom (PMS): Bewegung hilft.

Und könnte ich während der Periode Yoga machen? Kein Problem. Denn eine Auswertung von 15 verschiedenen Studien hat ergeben, dass Yoga negative Begleiterscheinungen der Menstruation lindern kann. Allerdings gibt es keine eindeutigen Aussagen darüber, welche Yoga-Praktiken in welcher Intensität den größten Effekt haben. Ashtanga, Kundalini oder Bikram Yoga? Am besten einfach mal ausprobieren.

Kann Sport die Regelblutung negativ beeinflussen?

Hinweise darauf, dass Sport vielleicht zu einer starken Regelblutung führt, habe ich nicht gefunden. Problematisch könnte höchstens die Eisenversorgung werden. Denn der Körper braucht Eisen für den Sauerstofftransport und die Energieproduktion. Kommen Ausdauersport und der Blutverlust durch die Menstruation zusammen, steigt das Risiko für einen Eisenmangel durch Sport während der Periode. Wer sehr ehrgeizig ist, wird außerdem bemerken, dass die Leistungsfähigkeit in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung sinkt. Die leicht erhöhte Temperatur macht dem Körper zu schaffen, die Regelblutung verstärkt den Effekt. Sinnvoll ist es daher, Lebensmittel mit viel Eisen zu essen. Es steckt beispielsweise in Fleisch, Milch und Getreide. Nahrungsergänzungsmittel sollten hingegen nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden, weil es sonst zu Überdosierungen kommen kann.

Bleibt noch eine Frage: Tampons, Binden, Stoffbinden oder Menstruationstasse (Mondtasse)? Bei Binden geht schneller was daneben. Der Rest ist Geschmackssache. Eine Ausrede habe ich jetzt also nicht mehr, wenn ich während der Periode keinen Sport mache … Vielleicht klappt es dieses Jahr ja doch mit den guten Vorsätzen!

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