11. April 2018 - 08:23

Verödete Gebärmutterschleimhaut: Und was ist mit Verhütung?

Vielen Frauen, die unter starken Regelblutungen leiden, kann durch eine Verödung der Gebärmutterschleimhaut – zum Beispiel durch die NovaSure-Methode – dauerhaft geholfen werden. Eine wichtige Voraussetzung für den minimalinvasiven Eingriff ist jedoch, dass die Patientinnen ihre Familienplanung abgeschlossen haben. Eine Schwangerschaft muss nach der Verödung vermieden werden. Daher spielt eine zuverlässige Verhütung auch weiterhin eine wichtige Rolle.

Schwangerschaft muss vermieden werden

Das Ziel einer Verödung der Gebärmutterschleimhaut ist es, die monatliche Blutung auf ein normales Maß zu reduzieren. Bei manchen Frauen bleibt die Periode nach dem Eingriff sogar ganz aus. Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine Schwangerschaft nun völlig unmöglich ist. Denn auch nach dem Eingriff mit NovaSure kann ein kleiner Rest der Gebärmutterschleimhaut im Uterus verbleiben. In diesem kann sich in bestimmten Fällen eine befruchtete Eizelle einnisten. Allerdings ist eine solche Schwangerschaft unter Umständen gefährlich – sowohl für das Kind als auch für die Mutter.

Alternativen bei Kinderwunsch

Denn nach der Verödung der Gebärmutterschleimhaut können beim Aufbau des Mutterkuchens (Plazenta) Komplikationen auftreten. Die Plazenta hat die Aufgabe, das heranwachsende Kind während der Schwangerschaft unter anderem mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Nach einer Endometriumablation ist diese Versorgung eventuell nicht mehr gewährleistet. Für Frauen, die noch nicht sicher sind, ob sie noch ein Kind bekommen möchten, ist der Eingriff mit NovaSure daher nicht geeignet. In diesem Fall kann der Frauenarzt alternative Behandlungen empfehlen, mit denen sich starke Regelblutungen lindern lassen.

Pille, Pflaster oder Spirale?

Frauen, die sich für den NovaSure-Eingriff entscheiden, müssen bis zum Ende ihrer Wechseljahre weiterhin verhüten. Welche Methode sie zu diesem Zweck wählen, bleibt ihnen überlassen. Denn grundsätzlich sind nach der Therapie mit NovaSure alle Verhütungsmethoden auch weiterhin möglich. Dies gilt für die Antibabypille oder das Verhütungspflaster ebenso wie für die Spirale – ob hormonfrei oder hormonfreisetzend.

Sterilisation: dauerhaft unfruchtbar

Falls Sie zu den Frauen gehören, die nach der Endometriumablation keine Hormone einnehmen und sich nicht täglich Gedanken um die Verhütung machen möchten, kommt eventuell eine Sterilisation für Sie infrage. Durch diese Operation ist eine Frau unfruchtbar. Die Wirkung ist dauerhaft, denn eine Sterilisation kann nur in bestimmten Fällen und mit hohem operativen Aufwand rückgängig gemacht werden. Bei dem Eingriff, der meist unter Vollnarkose stattfindet, werden die Eileiter mittels Hitze verödet oder abgeklemmt. Anstatt in die Gebärmutter zu wandern, landet das Ei in der Bauchhöhle, wo es vom Körper abgebaut wird. Auf den Hormonhaushalt des Körpers hat die Sterilisation für gewöhnlich keine Auswirkungen, da die Eierstöcke weiterhin Eier und Hormone produzieren.

Risiken und Zuverlässigkeit

Häufig kann der Eingriff über eine Bauchspiegelung durchgeführt werden, für die nur ein kleiner Schnitt nötig ist. Doch wie jede andere Operation kann natürlich auch die Sterilisation mit Komplikationen einhergehen. So können zum Beispiel Blutungen, Verletzungen von Blutgefäßen oder inneren Organen, Thrombosen sowie Störungen bei der Wundheilung auftreten.

Statistisch werden nach dem Eingriff zwei bis drei von 1.000 Frauen trotz Sterilisation schwanger. Somit gilt diese Art der Verhütung unter Experten als sehr sicher. Zum Vergleich: Unter Einnahme der Antibabypille kommt es bei ein bis neun von 1.000 Frauen zu einer ungewollten Schwangerschaft.

Individuelle Bedürfnisse berücksichtigen

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Auch nach dem Eingriff mit NovaSure ist die Verhütung wichtig und darf nicht vernachlässigt werden. Bei der Wahl des Mittels stehen grundsätzlich alle Möglichkeiten zur Verfügung. Welche Verhütungsmethode die individuell passende ist, hängt unter anderem von Ihren persönlichen Wünschen und Bedürfnissen sowie Ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte ab. Sprechen Sie am besten Ihren Frauenarzt oder den behandelnden NovaSure-Experten auf das Thema an und lassen Sie sich von ihm beraten.

Männer, kümmert euch!

Und noch ein Wort zum Schluss: Wer sagt eigentlich, dass Verhütung immer nur Frauensache ist? Denn auch Männer können sich sterilisieren, also unfruchtbar machen lassen. Der Eingriff, bei dem die Samenleiter unter örtlicher Betäubung durchtrennt werden, ist in der Durchführung für gewöhnlich weitaus unkomplizierter als die Sterilisation der Frau – und mit weniger Risiken verbunden.

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