Starke Regelblutung

31. Juli 2018 - 13:38

Toxisches Schocksyndrom: keine Angst vor Tampons!

Für viele Frauen gehören Tampons ganz selbstverständlich in die Handtasche. Und das gleich in mehreren Größen: mini, normal und extradick – für die Tage, an denen die Regelblutung besonders stark ausfällt. Aber wie sicher sind die praktischen Hygieneartikel eigentlich? Immer wieder hört und liest man ja, dass Tampons als Ursache für das Toxische Schocksyndrom (TSS) infrage kommen – eine gefährliche Krankheit, die tödlich enden kann. Ist es also sicherer, auf Binden oder die Menstruationstasse umzusteigen?

TSS – was ist das eigentlich?

Das Toxische Schocksyndrom ist eine Infektion, die zu einem Organ- und Kreislaufversagen führen kann. Auslöser sind unter anderem Bakterien, die zu den sogenannten Staphylokokken gehören. Wie viele Bakterien sind sie erst einmal harmlos und sogar normaler Bestandteil der Flora von Haut und Schleimhäuten – auch in der Scheide. Einzelne Stämme aber können Gifte (Toxine) bilden. Gelangen sie zum Beispiel durch eine offene Wunde in den Blutkreislauf, löst dies einen Schock im Körper aus. Daher auch der Name: Toxisches Schocksyndrom.

Was ist der Auslöser?

Und wie hängt das Ganze jetzt mit dem Tampon zusammen? Die genauen Zusammenhänge sind noch unklar. Die meisten bisher bekannten TSS-Fälle entstanden aber während der Periode – wahrscheinlich begünstigt durch das zu lange Tragen eines Tampons. Aber auch das Tragen eines Diaphragmas oder einer Verhütungskappe kann das Risiko erhöhen, ein TSS zu entwickeln.

Auf diese Symptome sollten Sie achten!

Anzeichen einer Infektion sind plötzliches Auftreten von hohem Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen, Muskelschmerzen, Blutdruckabfall, Schwindel und Benommenheit. Im weiteren Verlauf bildet sich ein Ausschlag auf der Haut, der einem Sonnenbrand ähnelt. Treten diese Symptome plötzlich bei einer Frau auf, die einen Tampon oder ein Diaphragma trägt, gilt: sofort entfernen und so schnell wie möglich zum Arzt! Je nach Heftigkeit der Symptome ist es ratsam, direkt den Notarzt zu rufen. Dieser wird dann Antibiotika verabreichen und so das Krankheitsbild stoppen. Eventuell muss die Betroffene zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben. Unbehandelt kann die Erkrankung tödlich verlaufen.

Kein Grund zur Panik

Das TSS ist eine seltene Erkrankung. Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt die Häufigkeit bei drei bis sechs Fällen auf 100.000 Frauen im sexuell aktiven Alter. Das Durchschnittsalter liegt übrigens bei 23 Jahren. Natürlich ist es für die Presse immer eine gern genommene Schlagzeile, wenn es wieder zu einem tragischen Vorfall gekommen ist. Grund für eine allgemeine Panik gibt es aber nicht.

Und was ist nun mit Tampons?

Dass TSS einzig und allein durch Tampons ausgelöst wird, kann also als Legende verbucht werden. Wie bereits erwähnt, kann es auch als Komplikation bei Frauen mit Diaphragma auftreten und sogar – unabhängig vom Geschlecht – von Hauterkrankungen, Verbrennungen oder Insektenstichen ausgehen.

Packungsanweisungen beachten!

Keine Frau muss also auf Tampons verzichten, wenn sie ein paar Hygieneregeln beachtet, die ohnehin auf jeder Tamponverpackung stehen: 

  • vor dem Einführen Hände waschen 
  • Tampons regelmäßig wechseln und nicht länger in der Scheide belassen, als es der Hersteller auf der Packung empfiehlt 
  • vor dem Zubettgehen einen neuen Tampon einführen und direkt nach dem Aufstehen wechseln
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