12. März 2018 - 08:00

Starke Periode: auch beim Arzt ein Tabuthema?

Juckt die Haut oder taucht plötzlich ein fieser Ausschlag auf, fragt man ganz selbstverständlich den Hautarzt um Rat. Schmerzt das Knie oder der Rücken, ist der Orthopäde der richtige Ansprechpartner. Geht es um zu starke Regelblutungen und die damit einhergehenden Beschwerden, sollte das Gespräch mit dem Frauenarzt ebenso offen und unverkrampft verlaufen. Schließlich ist er der Experte, wenn es um Beschwerden rund um die Gebärmutter geht.

Die Realität sieht leider häufig anders aus: Für viele Frauen ist die Periode noch immer ein Tabuthema. Es ist ihnen ein wenig peinlich, weshalb sie selbst mit ihrem Gynäkologen nicht offen darüber sprechen. Das ist schade. Denn viele Beschwerden, die die Menstruation mit sich bringen kann, lassen sich durch eine gezielte Therapie lindern.

Oft gibt es eine Ursache

Nicht immer sind es Schamgefühle, die Frauen davon abhalten, den Arzt um Rat zu fragen. Viele sind der Ansicht, dass die starken Beschwerden während der Monatsblutung normal sind, sie für Frauen in den fruchtbaren Jahren einfach „dazugehören“ und daher stillschweigend erduldet werden müssen. Doch das stimmt nicht. Fällt die Periode ungewöhnlich stark aus, dauert sie lange an oder geht sie mit heftigen Unterleibsschmerzen einher, kann das verschiedene Ursachen haben − zum Beispiel Myome, Polypen oder ein hormonelles Ungleichgewicht.

Sie sind mit Ihren Beschwerden nicht allein

Und auch wer glaubt, dass die eigenen Beschwerden eine Seltenheit sind, der irrt. Experten schätzen, dass etwa jede fünfte Frau in Deutschland zwischen 30 und 50 Jahren unter starken Regelblutungen leidet. Das kann nicht nur während der Periode unangenehm werden. Der starke Blutverlust kann langfristig zu einem Eisenmangel führen. Mögliche Folgen: anhaltende Müdigkeit und ein Mangel an Energie.

Gut vorbereitet ins Gespräch

Ein guter Arzt wird Ihre Beschwerden also nicht einfach als Befindlichkeiten abtun, sondern Sie gründlich untersuchen, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Ist diese gefunden, kann der Experte die für Sie passende Therapie finden.

Voraussetzung ist jedoch, dass Sie Ihre Beschwerden bei Ihrem nächsten Termin offen ansprechen. Wenn Ihnen das Thema ein wenig unangenehm ist, kann ein Menstruationstagebuch dabei helfen, sich im Vorfeld auf das Gespräch vorzubereiten. Es ist dazu gedacht, die Stärke und Dauer Ihrer Regelblutung zu dokumentieren. Das Tagebuch ist wie ein Kalender aufgebaut, in dem Sie einen Monat lang den Verbrauch Ihrer Binden und Tampons eintragen. Nehmen Sie das ausgefüllte Tagebuch mit zum Arzt. Es hilft ihm, Ihre Symptome richtig einzuordnen und die richtige Diagnose zu stellen.

Keine falsche Scham!

Also, worauf warten Sie noch? Vereinbaren Sie am besten noch heute einen Termin bei dem Frauenarzt Ihres Vertrauens und sprechen Sie offen mit ihm über Ihre Probleme. Eine starke Regelblutung kann behandelt werden und ist kein Grund, sich dafür zu schämen!

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