Starke Regelblutung

10. September 2018 - 07:57

Schont die Umwelt und ist so praktisch: warum die Menstruationstasse eine echte Alternative ist

Altpapier zum Container bringen, Plastikverpackungen vermeiden, den Einkauf in der Baumwolltasche nach Hause tragen: Es gibt viele Möglichkeiten, tagtäglich kleine Beiträge für die Umwelt zu leisten. Umso ärgerlicher ist es für viele Frauen, wenn sich jeden Monat ein Berg von verbrauchten Tampons und Binden im Hausmüll ansammelt. Nicht nur für sie könnte die Menstruationstasse eine nachhaltige Alternative sein.

Wie funktioniert das Ganze?

Die Menstruationstasse sieht aus wie ein trichterförmiger Becher, an dem unten ein kleiner Stiel oder Henkel angebracht ist. Hergestellt wird sie meist aus weichem medizinischem Silikon, Kunststoff oder Latex. So lässt sie sich leicht zusammenfalten und, ebenso wie ein Tampon, in die Scheide einführen. Dort entfaltet sie sich wieder und fängt das Menstruationsblut in ihrem Trichter auf.

Das praktische Utensil gibt es in verschiedenen Designs, Farben und Größen. Letzteres ist wichtig, damit nichts danebenfließt: Um sicher in der Scheide zu sitzen, muss sich die Tasse bestmöglich an die natürliche Körperform der Frau anpassen.

Tausende Artikel, Hunderte Jahre

Doch was genau hat jetzt die Umwelt damit zu tun? Ganz einfach: In ihrem Leben verbraucht eine Frau schätzungsweise zwischen 10.000 und 17.000 Binden, Tampons oder Slipeinlagen – wenn man davon ausgeht, dass sie über 40 fruchtbare Jahre hinweg sieben Tage im Monat täglich drei bis fünf Hygieneartikel benötigt. Für deren Herstellung braucht man unter anderem große Mengen an Baumwolle und Kunststoff.

Direkt nach der Benutzung landen die Artikel im Hausmüll. Dann hat Mutter Natur das nächste Problem: Bis die Plastikbestandteile der Produkte vollständig abgebaut sind, kann es mitunter mehrere Hundert Jahre dauern …

Nachhaltige Alternative – auch bei starken Regelblutungen

Bei der Menstruationstasse sieht das ein wenig anders aus. Denn im Gegensatz zu Binden und Tampons kann sie immer wieder verwendet werden und gilt daher als nachhaltiger Hygieneartikel. Mit der richtigen Pflege kann das Produkt sogar bis zu zehn Jahre lang halten!

Insbesondere Frauen, die unter starken Regelblutungen leiden und Tampon und Binde alle paar Stunden wechseln müssen, können mit einer Menstruationstasse Monat für Monat Ressourcen einsparen und eine Menge Müll vermeiden. Und nicht zuletzt bares Geld sparen!

Zudem kann die Tasse mehr Blut auffangen als beispielsweise ein herkömmlicher Tampon. Dadurch kann sie meist länger im Körper verbleiben und der Trägerin den einen oder anderen lästigen Gang zum stillen Örtchen ersparen.

Auswaschen und sterilisieren

Es wird jedoch empfohlen, die Menstruationstasse nach acht, spätestens zwölf Stunden zu entleeren und zu säubern. Und da sind wir auch schon bei einem Punkt, der für manche Frauen gegen den Einsatz der Tasse spricht: Da sie immer wieder verwendet wird, ist es ungemein wichtig, penibel auf die Hygiene zu achten, um Infektionen zu vermeiden.

Nach dem Entfernen wird das aufgefangene Blut zunächst in der Toilette entsorgt, dann die Tasse unter fließendem Wasser und gegebenenfalls mit milder Seife gründlich gereinigt. Für unterwegs gibt es zum Reinigen auch spezielle Feuchttücher. So kann es in manchen Situationen natürlich einfach praktischer sein, einen Tampon gegen einen neuen auszutauschen und den verbrauchten diskret zu entsorgen.

Darüber hinaus muss die Menstruationstasse regelmäßig sterilisiert werden – die meisten Hersteller empfehlen dies nach jedem Zyklus. Je nach Material ist es beispielsweise möglich, die Tasse in heißem Wasser auszukochen.

Übung macht die Meisterin

Da die Menstruationstasse die Flüssigkeiten nicht aufsaugt, sondern nur auffängt, kommt frau bei Gebrauch unmittelbar mit dem eigenen Blut in Kontakt. Zugegeben, das ist für viele erstmal ungewohnt – und für einige schlicht unangenehm. Daher gilt: Die Wahl des geeigneten Hygieneartikels ist eine sehr individuelle Angelegenheit, die jede Frau für sich selbst treffen muss. Wen jedoch der monatliche Verbrauch von unzähligen Tampons und Binden stört, für den kann die Menstruationstasse eine echte Alternative sein!

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