Starke Regelblutung

6. November 2017 - 10:09

Hilfe, ich habe ein Myom! Und jetzt?

Im besten Fall ist der jährliche Check-up bei der Frauenärztin reine Routine. Doch manchmal hält die Untersuchung auch die eine oder andere Überraschung bereit – zum Beispiel, wenn sich auf dem Ultraschallbild plötzlich eine kleine Wucherung in der Gebärmutter zeigt.

„Sie haben da ein intramurales Myom“, lautet in diesem Fall die mögliche Diagnose der Expertin. „Intra-was…?“, ist häufig die erste Reaktion der frischgebackenen Myom-Patientin. Doch noch viel mehr beschäftigt Frauen in diesem Moment eine andere Frage: Muss ich mir jetzt Sorgen machen?

Die gut(artig)e Nachricht

Ein Myom, auch Gebärmuttergeschwulst genannt, ist eine gutartige Wucherung in der Muskelwand der Gebärmutter. Sein Wachstum wird durch den Hormonhaushalt beeinflusst. Zugegeben, das klingt ein wenig gruselig. Daher die gute Nachricht vorweg: In vielen Fällen bereiten Myome keine Beschwerden – und werden dann meist auch nur völlig zufällig entdeckt.

Bei einigen Frauen jedoch verursachen Myome tatsächlich Probleme. Sie lösen dann Symptome wie zum Beispiel Schmerzen in Bauch und Rücken oder beim Sex aus, verursachen starke Regelblutungen oder machen sich durch ein Druckgefühl im Unterleib bemerkbar. Zudem kann ein Myom, das in der Gebärmutterhöhle wächst, die Einnistung eines befruchteten Eies behindern. Hat eine Frau also Probleme schwanger zu werden, kann ein unentdecktes Myom dahinterstecken.

Wo sitzt das Myom?

Ob ein Myom Ärger macht oder nicht, hängt in erster Linie davon ab, wo es sitzt und wie groß es ist. Einige Myome sind so klein wie ein Apfelkern, andere so groß wie eine Grapefruit. Je nach Lage lassen sich verschiedene Arten unterteilen.

Am häufigsten kommt das sogenannte intramurale Myom vor, das in der Muskelschicht der Gebärmutter sitzt. Erreicht es eine bestimmte Größe, kann es auf Nachbarorgane drücken. Das submuköse Myom tritt seltener auf. Es liegt unter der Gebärmutterschleimhaut und wächst in die Gebärmutterhöhle hinein. Diese Myomart kann für unterschiedliche Menstruationsbeschwerden verantwortlich sein.

Zervixmyome wachsen am Gebärmutterhals. Ein mögliches Symptom für ein solches Exemplar ist zum Beispiel ein Druck auf Darm und Blase. Das subseröse Myom nimmt im wahrsten Sinne des Wortes die Rolle des Außenseiters ein: Es sitzt an der Außenseite der Gebärmutter und ist manchmal nur noch über einen Stiel mit dem Uterus verbunden. Dreht es sich um den Stiel, können heftige Schmerzen auftreten.

Myom schrumpfen oder entfernen?

Die Wahrscheinlichkeit, dass der gutartige Untermieter bösartig wird, ist zum Glück ausgesprochen klein. Daher muss ein Myom nur behandelt werden, wenn es Beschwerden verursacht. Dann gibt es mehrere Möglichkeiten: Eine medikamentöse Therapie, die in den Hormonhaushalt eingreift, kann das Myom zum Schrumpfen bringen und die Beschwerden lindern. Bei einer sogenannten Embolisation wird die Blutzufuhr des Myoms unterbrochen und der kleine Tumor ausgehungert. Soll die Wucherung entfernt werden, ist dazu nicht zwingend ein großer chirurgischer Eingriff mit Bauchschnitt nötig: Bei der minimal-invasiven MyoSure-Methode zum Beispiel führt die Frauenärztin über die Scheide ein spezielles Instrument in die Gebärmutterhöhle ein, mit dem das Myom abgetragen werden kann.

Friedliche Koexistenz

Also, bloß keine Panik: Taucht ein Myom ganz unverhofft auf dem Ultraschallbild auf, ohne dass es Sie im Alltag belästigt, ist in den meisten Fällen eine friedliche Koexistenz möglich. Ihre Frauenärztin wird dann nur regelmäßig kontrollieren, ob die Wucherung sich im Laufe der Zeit verändert. Löst das Myom jedoch starke Blutungen aus oder macht sich durch einen unangenehmen Druck im Unterleib bemerkbar, sollten Sie sich von Ihrer Frauenärztin über eine für Sie passende Behandlung beraten lassen.

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