Starke Regelblutung

30. März 2018 - 15:00

Frühlingsgefühle: Hormone im Glück

Nach den bitterkalten Temperaturen der vergangenen Monate können wir die ersten warmen Sonnenstrahlen auf der Haut ganz besonders genießen. Die Natur erwacht zu neuem Leben, aber auch wir Menschen scheinen aufzublühen. Im Park, in der Einkaufspassage, im Café: Überall sieht man die Leute fröhlich flanieren oder gemütlich Kaffee trinken – oder sich verliebt in die Augen schauen. Die Stimmung steigt, irgendwie sind plötzlich alle besser drauf. Sind das etwa die viel zitierten Frühlingsgefühle? Oder sind die bloße Einbildung?

Was passiert in unserem Körper?

Nein, es gibt sie wirklich, sagen Experten. Verantwortlich für die Frühlingsgefühle sind bestimmte Hormone in unserem Körper, deren Zusammenspiel im Frühling neu eingestellt wird. Und nein, dabei geht es in erster Linie nicht um Östrogene und Testosteron, also die weiblichen und männlichen Sexualhormone. Eine Schlüsselrolle spielt vielmehr das Serotonin. Treffen die Strahlen der Sonne auf unsere Netzhaut, schüttet unser Körper dieses sogenannte Glückshormon aus, das unser Wohlbefinden steigert.

Darüber hinaus produziert der Körper im Frühling weniger Melatonin, das sogenannte Schlafhormon. Dieses wird bei Dunkelheit hergestellt und macht uns müde. Übernimmt im Frühling dann dank Sonnenschein das Serotonin das Ruder, fühlen wir uns wacher und energiegeladener.

Farbenrausch und Flirts

Nicht nur unsere Hormone, auch äußere Reize haben im Frühling auf uns eine positive Wirkung: Statt in deprimierendem Grau zeigt die Natur sich nun wieder in anregenden Farben. Den dicken Wintermantel tauschen wir gegen bunte, luftige Kleidung aus. Wir sind besser gelaunt und kontaktfreudiger – auch was romantische Begegnungen angeht. Das ist ein Grund dafür, dass uns das Flirten in der Frühlingssonne leichter fällt als an einem dunklen Wintertag. Kein Wunder also, dass gerade jetzt so viele verliebte Pärchen zu sehen sind …

Fruchtbarer im Frühling

So ganz wegschieben lässt sich der Zusammenhang zwischen dem Frühling und der Fruchtbarkeit und Fortpflanzung also doch nicht. Zu diesem Ergebnis kommt auch eine Studie aus Israel: Den Experten zufolge ist der Frühling für Frauen die beste Jahreszeit, um schwanger zu werden. Für ihre Untersuchung begleiteten sie Frauen, die durch eine künstliche Befruchtung schwanger werden wollten.

Das Ergebnis: Eine hohe Zahl von Stunden mit Tageslicht wirkte sich positiv auf die Rate der Befruchtungen und die Gesundheit der Embryos aus. Entscheidend sei dabei aber nicht die absolute Zahl der Tageslichtstunden, sondern der spürbare Wechsel von dunkleren zu helleren Tagen. Daher war die „Erfolgsrate“ der Befruchtungen im Frühling am höchsten. Als ein besonders beeindruckendes Beispiel nannten die Forscher Frauen, die den ursprünglichen Völkern Alaskas angehörten. Bei ihnen bleibe die Regelblutung in den kalten und dunklen Monaten manchmal sogar ganz aus, bevor ihre Fruchtbarkeit im Frühling mit voller Kraft aus dem Winterschlaf erwacht.

Frühlingserwachen oder Frühjahrsmüdigkeit?

In unseren Breitengraden ist der Wechsel von eiskalter Dunkelheit zu heller Wärme im Frühling natürlich nicht so extrem wie in Alaska. Dennoch kann es auch bei uns eine Weile dauern, bis sich unser Körper an die neuen Temperaturen und Lichtverhältnisse gewöhnt hat. Bis es so weit ist, fühlt sich der eine oder andere eventuell etwas abgeschlagen und lustlos. Unser Tipp: einfach mal aussitzen. Am besten im Café, in der Sonne, mit dem ersten Eisbecher der Saison. Und im Idealfall in charmanter Begleitung …

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