Starke Regelblutung

19. Oktober 2018 - 09:00

Ernährung und Menstruation – gibt es einen Zusammenhang?

Wenn man so im Netz stöbert und Foodtrends nachliest, könnte man zu der Meinung kommen, dass „richtiges“ Essen beinahe gegen alles helfen kann – sogar bei Menstruationsbeschwerden. Aber können wir Frauen tatsächlich durch die Ernährung unseren Zyklus beeinflussen oder gar Regelschmerzen entgegenwirken? Ich habe mich dazu mal schlau gemacht. Belege dafür, dass wir durch die Nahrung direkten Einfluss auf die Periode nehmen können, habe ich zwar nicht gefunden, dafür aber einige Tipps, die uns das Leben während der Tage etwas leichter machen können.

Eiweiß: Immer her damit!

In der ersten Zyklushälfte, etwa vom 1. bis 12. Tag, ist der Körper damit beschäftigt, den nächsten Eisprung vorzubereiten. Unter anderem wird die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut, damit sich eine Eizelle dort einnisten kann. Jetzt ist es sinnvoll, den Körper mit viel Eiweiß beim Aufbau des Gewebes zu unterstützen. Gute Eiweißlieferanten sind zum Beispiel Fleisch, Milchprodukte, Tofu und Eier. Übrigens: Sportbegeisterte können jetzt beim Muskel- und Intervalltraining richtig Gas geben, denn Studien haben gezeigt, dass während dieser Zyklusphase der weibliche Stoffwechsel besonders aktiv und der Trainingseffekt besonders hoch ist.

Gute Kombi: Eisen und Vitamin C

Während der Menstruation verliert der Körper durchschnittlich etwa 30 bis 40 Milliliter Blut. Bei manchen Frauen fällt die Blutung sogar deutlich stärker aus. Jetzt besteht ein erhöhtes Risiko für einen Eisenmangel, der zu einer Blutarmut führen kann. Körperliche Folgen können Müdigkeit und Bauchkrämpfe sein. Vorbeugend sollte frau während der Menstruation vermehrt Eisenlieferanten wie Fleisch, Hülsenfrüchte und grünes Blattgemüse essen. Veggies aufgepasst: Der Körper kann Eisen aus Fleisch einfacher verwerten als aus pflanzlichen Lebensmitteln. Hier kommt das Vitamin C ins Spiel: Diese sogenannte Bioverfügbarkeit von Eisen aus Pflanzen lässt sich durch das Kombinieren mit Vitamin-C-Lieferanten verbessern. Gemüsegerichte also zum Beispiel mit Zitronensaft beträufeln oder ein Glas Fruchtsaft dazu trinken.

Besser nicht: Kaffee und Alkohol

Ohne Kaffee geht bei Ihnen morgens gar nichts und abends gönnen Sie sich gern ein Glas Wein? Kein Problem, wenn Sie zu den Glücklichen gehören, die nicht unter Menstruationsbeschwerden leiden. Ansonsten sollten Sie vielleicht während der Periode auf Mineralwasser und ungesüßte Kräutertees umsteigen. Koffein kann die Beschwerden verstärken, denn unter anderem erhöht es den Blutdruck. Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen können die Folge sein. Gleiches gilt für erhöhten Alkoholkonsum. Der Giftstoff entzieht dem Körper Wasser, das kann Unterleibskrämpfe verstärken. Außerdem kann sich Alkohol auf den Östrogenspiegel auswirken und es kann schlimmstenfalls zu Zyklusstörungen kommen.

Sparsam salzen

Wenn kurz vor der Periode der Östrogenspiegel steigt, kann es zu hormonell bedingten Wassereinlagerungen kommen. Mögliche Symptome: vorübergehende Gewichtszunahme und ein Spannungsgefühl in den Brüsten. Betroffene sollten jetzt sparsam salzen und Speisen alternativ mit Kräutern und Gewürzen aufpeppen. Ein gutes Mittel gegen Wassereinlagerungen ist übrigens Brennnesseltee. Brennnesseln haben einen hohen Gehalt an Kalium. Der Mineralstoff wirkt harntreibend und entwässernd. Einfach zwei bis drei Teelöffel getrocknetes Brennnesselkraut (Apotheke) mit einer Tasse Wasser aufkochen und fünf bis zehn Minuten ziehen lassen. Davon bis zu drei Tassen pro Tag trinken, bis die Beschwerden nachlassen.

Und wenn wir schon dabei sind …

Unabhängig von Zyklusphase oder Menstruation ist es generell sinnvoll, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Eine gute Orientierungshilfe sind nach wie vor die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Das heißt unter anderem: viel Obst und Gemüse, möglichst wenig Fertiggerichte und ausreichend trinken (mindestens 1,5 Liter ungesüßte Getränke am Tag). Und das allerwichtigste: bewusst genießen, statt zu verzichten.

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