Gebärmutterentfernung

7. Mai 2018 - 07:58

Entfernung der Gebärmutter oder Verödung der Schleimhaut: Was sind die Vor- und Nachteile?

Frauen, die unter starken Regelblutungen leiden, haben zu ihrer Gebärmutter häufig ein zwiespältiges Verhältnis. Bewusst wird ihnen das insbesondere, wenn der Arzt eine Entfernung vorschlägt. Klar, das Organ quält sie jeden Monat mit Krämpfen und heftigen Blutungen. Aber sollte man sich nur deswegen von dem an sich gesunden Organ trennen? Vielen Frauen ist dieser Schritt zu radikal, sie suchen nach einer Alternative. Eine davon: die Verödung der Gebärmutterschleimhaut. Beide Behandlungen haben ihre Vor- und Nachteile.

Schwerer Eingriff: Hysterektomie

Die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) ist ein schwerer operativer Eingriff. Er geht daher mit den üblichen Risiken einer Narkose einher; zusätzlich ist eine Heilungsphase von mehreren Wochen nötig. Darüber hinaus können kurz nach der Operation verschiedene Komplikationen auftreten, wie zum Beispiel Wundheilungsstörungen.

Bei einigen Krankheiten und in bestimmten Fällen ist die Entfernung der Gebärmutter aus medizinischer Sicht sicherlich die beste Therapie − dazu gehören zum Beispiel schwere Erkrankungen wie ein bösartiger Tumor in der Gebärmutter. Sind jedoch starke Regelblutungen der alleinige Grund dafür, dass der Arzt eine Hysterektomie erwägt, kommen eventuell auch alternative Behandlungen in Betracht.

Die Gebärmutter bleibt erhalten

Eine von ihnen ist die Verödung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumablation). Es gibt verschiedene Varianten der Methode. Sie alle haben gemeinsam, dass die Schleimhaut des Uterus abgetragen wird, sodass sie sich während des Zyklus nicht mehr vollständig aufbauen kann. Die vormals starken Blutungen werden auf diese Weise dauerhaft reduziert; die Gebärmutter selbst bleibt bei dem Eingriff erhalten.

Mit den Vor- und Nachteilen beider Verfahren – der Gebärmutterentfernung (Hysterektomie) und der Verödung der Gebärmutterschleimhaut – befasste sich das internationale Forschungsnetzwerk Cochrane Collaboration. Die Wissenschaftler haben mehrere vorangegangene Studien zu dem Thema ausgewertet und ihre Ergebnisse im Jahr 2013 in einer sogenannten Metastudie zusammengefasst.

Vorteile und Nachteile: Was sagen Studien?

In einem Punkt hat die Hysterektomie die Nase vorn: Bei den Studienteilnehmerinnen, deren Gebärmutter entfernt worden war, hörten die Blutungen nach dem Eingriff − logischerweise − vollständig auf. Nach der Endometriumablation waren bei 89 von 100 Frauen die Blutungen schwächer geworden. 20 von 100 Frauen ließen sich zwei Jahre nach dem Eingriff erneut operieren.

Komplikationen nach dem Eingriff

Allerdings: Bei den operierten Frauen, die eine Hysterektomie durchführen ließen, kam es kurz nach dem Eingriff zu mehr Komplikationen als bei denen, die sich für eine Verödung der Gebärmutterschleimhaut entschieden hatten. 32 von 100 Frauen hatten nach einer Hysterektomie eine Blutvergiftung, Fieber oder brauchten eine Bluttransfusion. Bei der Verödung der Gebärmutterschleimhaut waren es nur sechs von 100 Frauen.

Längere Heilungsphasen nötig

Zudem zeigte sich, dass die Frauen, die sich für die Endometriumablation entschieden hatten, ihre Alltagsaktivitäten deutlich früher wiederaufnehmen konnten als jene, die eine Gebärmutterentfernung hinter sich hatten. Nach einer Ablation verspüren die meisten Frauen im Allgemeinen nur geringe Beschwerden und sind bereits nach zwei bis fünf Tagen wieder fit für den Alltag. Nach einer Hysterektomie dauert die Genesungszeit in der Regel mehrere Wochen.

Holen Sie eine Zweitmeinung ein!

Daher gilt: Sollen starke Regelblutungen gezielt behandelt werden, ist es wichtig, mit dem Frauenarzt die Vor- und Nachteile einer Hysterektomie gründlich gegeneinander abzuwägen, bevor eine Entscheidung getroffen wird – und eventuell auch Alternativen wie eine Endometriumablation in Betracht zu ziehen. Und noch ein Tipp zum Schluss: Einige gesetzliche Krankenkassen übernehmen die Kosten, falls Patientinnen bezüglich der Gebärmutterentfernung eine ärztliche Zweitmeinung einholen möchten. Also einfach mal bei der Krankenkasse nachfragen!

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