Starke Regelblutung

15. Januar 2018 - 08:12

Endometriose: Hilfe, verirrte Gebärmutterschleimhaut!

Dass die Periode nicht ganz ohne Beschwerden an uns vorbeizieht und in vielen Fällen mehr oder weniger starke Unterleibskrämpfe mit sich bringt, ist für die meisten Frauen monatlicher Alltag – und nicht weiter der Rede wert. Anders sieht es aus, wenn Schmerzen und Regelblutungen ungewöhnlich stark ausfallen und der Unterleib auch außerhalb der kritischen Tage Probleme macht. In diesem Fall könnte eine Erkrankung die Ursache für die Symptome sein: Endometriose. Der Verdacht liegt übrigens auch dann nahe, wenn der Kinderwunsch seit Jahren unerfüllt bleibt …Endometriose – was ist das eigentlich?

Bei der chronischen Krankheit Endometriose kommt Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutterhöhle vor. Die genaue Ursache konnten Experten noch nicht endgültig klären. Endometriose ist eine gutartige Erkrankung. Allerdings geht sie für die Mehrzahl der Patientinnen mit Beschwerden einher, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen können.

Experten schätzen, dass in Deutschland zwischen 5 und 15 Prozent der Frauen im fruchtbaren Alter von einer Endometriose betroffen sind. Vom Auftreten der ersten Anzeichen bis hin zur Diagnose dauert es häufig sehr lange – im Schnitt über 10 Jahre! Denn die Anzeichen für eine Endometriose können unterschiedlich ausfallen. Je nachdem, wo die Wucherungen sitzen.

Was sind die Symptome der Erkrankung?

Häufig finden sich Endometrioseherde innerhalb der Gebärmutter. Allerdings nicht dort, wo die Schleimhaut eigentlich hingehört, sondern zum Beispiel in der Muskulatur der Gebärmutter. Der Arzt spricht dann von einer Adenomyose. Betroffene Frauen haben oft Probleme, schwanger zu werden, da eine befruchtete Eizelle sich nicht einnisten kann. Eine Endometriose gilt daher als einer der wichtigsten Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch.

Darüber hinaus können die unkontrollierten Wucherungen an verschiedenen Stellen innerhalb des Bauchraums und Beckenraums auftreten. Verwachsungen an Eierstöcken und Eileitern, am Bauchfell, am Darm oder an der Blase sowie in der Scheide sind möglich. Bemerkbar machen sie sich dann eventuell durch anhaltende Schmerzen im Unterleib oder im Rücken. Manchmal treten sie nur oder verstärkt beim Sex, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang auf.

Endometriose und die Hormone

Die stärksten Probleme verursachen die Endometrioseherde typischerweise in der Zeit rund um die Periode. Nach der Regelblutung ebben die Symptome meist wieder ab. Denn das verirrte Gewebe hat eine äußerst unangenehme Eigenschaft: Auf die hormonellen Veränderungen während des weiblichen Zyklus reagiert es genauso wie die normale Schleimhaut in der Gebärmutter. Das Gewebe der Herde baut sich auf und wieder ab – und blutet zeitgleich zur Periode.

Wachsen Herde innerhalb der Gebärmutter, sind mitunter sehr starke und schmerzhafte Regelblutungen die Folge. Befinden sich die Verwachsungen außerhalb der Gebärmutter, kann das Blut in die Bauchhöhle fließen. Dort wird es zwar langfristig vom Körper wieder abgebaut. Es können sich jedoch auch Zysten oder Entzündungen bilden.

Diagnose und Behandlung

Feststellen lässt sich Endometriose durch eine Untersuchung beim Frauenarzt. Der Experte tastet unter anderem die Organe im Bauchraum ab und nutzt bildgebende Verfahren wie Ultraschall. Manchmal ist auch eine Bauchspiegelung nötig.

Und dann? Kommen in vielen Fällen Medikamente zum Einsatz. Schmerzmittel lindern die Symptome; eine hormonelle Therapie zielt direkt auf die Wucherungen ab: Sie greift in den Zyklus ein und bremst die Aktivität der Endometrioseherde aus.

Endometriose und Kinderwunsch

Für Frauen, die noch schwanger werden möchten, ist die medikamentöse Therapie jedoch nicht geeignet. Häufig ist es dann möglich, die einzelnen Endometrioseherde in einer Operation chirurgisch zu entfernen. Vielen Patientinnen kann so ein Kinderwunsch erfüllt werden. Leider können die Herde nachwachsen.

Manchmal rät der Spezialist auch zu einer Gebärmutterentfernung (Hysterektomie). Dies ist aber für gewöhnlich nur der Fall, wenn die Endometriose sehr stark ausgeprägt ist und die Patientin die Familienplanung abgeschlossen hat.

Pluspunkt Wechseljahre

Fassen wir zusammen: Endometriose ist eine ernst zu nehmende Erkrankung, die betroffenen Frauen mitunter starke Beschwerden bereiten kann. Mit einer frühzeitigen Therapie lassen sich die Symptome jedoch lindern. Häufig ist es den Patientinnen möglich, über längere Zeit beschwerdefrei zu leben.

Falls also auch Sie sich jeden Monat mit ungewöhnlich starken Blutungen und Schmerzen herumquälen, fragen Sie Ihren Frauenarzt um Rat und lassen Sie die Ursache abklären!

In Sachen Endometriose zum Schluss noch eine gute Nachricht: Da das Wachstum der Herde durch den weiblichen Zyklus gesteuert wird, lassen die Beschwerden mit dem Eintritt in die Wechseljahre von ganz allein nach.

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