Starke Regelblutung

23. April 2018 - 09:24

Eisenmangel durch die Periode: Was hilft?

Ernährungstrends ignoriere ich meistens. Meine Freundinnen dagegen lassen keinen Trend aus. Letztens saß ich mit ihnen im Café: „Nur einen schwarzen Kaffee für mich, kein Zucker und keine Milch“, verkündet Meike. Sie verzichtet seit Kurzem auch auf Weißmehl. Lisa pflichtet ihr bei. Seitdem sie Zucker von ihrem Speiseplan gestrichen hat, sei ihre Haut viel besser geworden, und sie fühlt sich wie neu geboren. Okay, denke ich, und bestelle mir ein Stück Apfelstrudel und einen Cappuccino.

Du bist, was du isst

Während Meike und Lisa ihre Ernährungsweisheiten feiern, freue ich mich auf meinen Kuchen und fühle mich herrlich. Ich habe da einen ganz guten Weg für mich gefunden, so dachte ich zumindest bis dahin, … bis sich als Letzte Jana zu Wort meldet, die sich einen Salat mit Rinderfiletstreifen bestellt hat: „Dadurch, dass ich meine Ernährung umgestellt habe, konnte ich auf natürliche Weise meinen Eisenmangel beheben. Damit hatte ich immer sehr zu kämpfen. Vor allem, wenn ich meine Tage habe und weil die doch immer so stark sind. Das habe ich jetzt ganz gut im Griff.“ Da bin ich dann doch hellhörig geworden.

Müde und schlapp während der Periode

Genau wie Jana leide ich allmonatlich an einer starken und sehr langen Regelblutung. Für mich sind diese Tage immer anstrengend. Den Zusammenhang, auf den Jana hinwies, hatte ich aber bisher nie wahrgenommen: „Durch die Menstruation verliert der Körper viel Eisen. Ich habe den Nährstoffmangel richtig gemerkt. Ich war ständig müde und hatte das Gefühl, einfach nicht in die Gänge zu kommen. Ich achte jetzt darauf, genug Eisen zu mir zu nehmen.“ Darüber wollte ich mehr wissen und habe mich nach unserem Treffen schlau gemacht.

Warum brauchen wir Eisen?

Eisen ist wichtig für den Aufbau roter Blutkörperchen, die wiederum für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich sind. Der Eisenbedarf von Frauen ist aufgrund der Blutverluste während der Periode höher als bei Männern. Die offiziellen Empfehlungen liegen für Frauen im gebärfähigen Alter bei 15 Milligramm Eisen pro Tag. Bei Männern ab 19 Jahren sind es täglich 10 Milligramm.

Mögliche Folgen eines Mangels

Ist zu wenig Eisen im Körper, können nicht ausreichend rote Blutkörperchen produziert werden. Die Folge kann eine Blutarmut (Anämie) sein. Die Sauerstoffversorgung des Körpers verläuft dann nicht mehr optimal. Anzeichen für eine Blutarmut ist ein Gefühl der Erschöpfung. Eventuell kommen Blässe sowie kalte Hände und Füße hinzu.

Eisenmangel erkennen und behandeln

Damit es nicht so weit kommt, sollte man schon bei den ersten Symptomen eines Eisenmangels reagieren. Das können Müdigkeit, Kopfschmerzen und Abgespanntheit sein. Der Arzt kann durch ein Blutbild einfach herausfinden, ob tatsächlich ein Eisenmangel vorliegt. Ist das der Fall, wird er eventuell die Einnahme von Eisenpräparaten empfehlen oder an einen Gynäkologen verweisen. Denn ist die Ursache für den Nährstoffmangel eine starke Regelblutung, kann der Frauenarzt darüber aufklären, welche Behandlungen infrage kommen.

Lebensmittel clever kombinieren

Ich werde auf jeden Fall in Zukunft darauf achten, mehr eisenreiche Lebensmittel zu mir zu nehmen. Zum Beispiel: Fleisch, Hülsenfrüchte und grünes Blattgemüse. Auch in Brokkoli, Sesam und Leinsamen ist reichlich Eisen enthalten. Übrigens: Große Mengen an eisenhaltigen Lebensmitteln zu essen, reicht allein nicht aus. Da der Nährstoff in Lebensmitteln unterschiedlich gut verfügbar ist, muss man diese klug miteinander kombinieren, damit der Körper ihn verwerten kann. Das nennt man Bioverfügbarkeit und sie ist besonders für Vegetarier und Veganer wichtig. Denn während Eisen aus Fleisch einfach aufgenommen werden kann, funktioniert das bei pflanzlichen Lebensmitteln nicht so gut.

Einfach mal ausprobieren!

Die Bioverfügbarkeit lässt sich aber beispielsweise durch den gleichzeitigen Verzehr von Vitamin-C-haltigen Lebensmitteln und Säften verbessern. Dafür reicht es schon, Salat oder Gemüse mit Zitronensaft zu beträufeln oder zu einem Linsengericht ein Glas Fruchtsaft zu trinken. Das klingt ja wirklich einfach. Ich werde das ausprobieren und einige Monate an mir beobachten, ob sich dadurch die Müdigkeit während meiner Periode verbessert. Vielleicht bin ich ja die Nächste in unserer Mädelsrunde, die eine ernährungsbedingte Erfolgsstory zu verkünden hat.

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