Starke Regelblutung

9. Oktober 2017 - 13:58

Blutklümpchen und Gerinnsel: Was sind die Ursachen?

Da hat man als Frau nun schon viele Jahre Übung im Umgang mit dem monatlichen Ausnahmezustand – und trotzdem ist die Periode hin und wieder doch noch für Überraschungen gut. Zum Beispiel, wenn der Körper plötzlich nicht nur Blut, sondern auch kleine Blutklümpchen und Gerinnsel ausscheidet.

Tritt das Phänomen zum ersten Mal auf, bekommt man als Frau verständlicherweise einen kleinen Schreck. Daher die gute Nachricht vorweg: Normalerweise gibt es keinen Grund zur Sorge. Doch was steckt hinter dem merkwürdigen Phänomen – und wann sollten Sie doch lieber den Arzt um Rat fragen?

Menstruationsblut soll nicht gerinnen

Mit der monatlichen Regelblutung verfolgt der Körper ein Ziel: Er möchte die aufgebaute Gebärmutterschleimhaut loswerden, da er sie gerade nicht für das Einnisten einer befruchteten Eizelle benötigt. Normalerweise versucht der Körper, Blutverlust zu vermeiden. Wenn wir uns zum Beispiel verletzen, stellt er sicher, dass das Blut gerinnt. Bei der Regelblutung wäre das jedoch hinderlich, da das Gewebe ja abgestoßen werden muss. Daher sorgt der Körper mithilfe bestimmter Stoffe dafür, dass das Menstruationsblut nicht gerinnt und Klumpen aufgelöst werden.

Form und Farbe der Klumpen variieren

Fällt die Periode jedoch sehr stark aus, kann es passieren, dass dieser ausgetüftelte Mechanismus schlicht überfordert ist: Die körpereigenen Gerinnungshemmer schaffen es dann einfach nicht, alle Blutklümpchen aufzulösen. Auch die individuelle Form der Gebärmutter kann die Bildung begünstigen. Manchmal sammelt sich Blut in dem Organ und wird später als Gerinnsel ausgeschieden.

Das Aussehen der Klumpen kann variieren – die Farbe reicht von einem hellen Rot bis zu einem bräunlichen Ton. Ebenso unterschiedlich ist die Größe: Einige Klümpchen messen nur wenige Millimeter, andere bis zu vier Zentimetern!

Wie häufig treten Gerinnsel auf?

Keine Frage, der Anblick von Blutgerinnseln während der Periode kann Frauen verunsichern. Doch treten sie nur hin und wieder mal während der Periode auf, ist dies meist harmlos. Ein wenig anders liegt der Fall, wenn die Blutklumpen vermehrt und regelmäßig auftreten. Dann können sie auf ein gesundheitliches Problem hindeuten.

Was sind die Ursachen?

Eine mögliche Ursache für die Blutklümpchen ist zum Beispiel eine Veränderung in der Gebärmutterhöhle. Dabei kann es sich eventuell um ein Myom, einen Polyp oder zurückgebliebenes Gewebe nach einer Geburt oder Fehlgeburt handeln. Diese Veränderungen können dazu beitragen, den monatlichen Blutverlust so zu verstärken, dass Blutgerinnsel entstehen. Für diese Ursachen gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. So kommt eventuell die MyoSure-Behandlung infrage, um Myome, Polypen oder zurückgebliebenes Gewebe schonend aus der Gebärmutterhöhle zu entfernen.

Der Hormonhaushalt ist aus dem Gleichgewicht

Vielleicht ist aber auch eine Hormonstörung der Übeltäter und für die Blutgerinnsel und Klümpchen verantwortlich. Denn sie kann bewirken, dass sich die Gebärmutterschleimhaut zu stark aufbaut und die Regelblutung dadurch ebenfalls sehr stark ist. Auch die Hormonstörung kann verschiedene Ursachen haben: Bei einigen Frauen tritt sie in der Menopause auf, bei anderen steckt eventuell eine Erkrankung wie das polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS) oder Endometriose dahinter.

Zum Glück gibt es auch dafür geeignete Therapien: Häufig kann den Frauen mit Medikamenten geholfen werden, die den Hormonhaushalt ins Gleichgewicht bringen. Eine Alternative ist eventuell die minimal-invasive NovaSure-Behandlung. Bei dieser Methode wird die Gebärmutterschleimhaut verödet, sodass starke Regelblutungen gelindert werden.

Wann ist der Arzt gefragt?

Um auf die eingangs gestellte Frage zurückzukommen: Nur keine Panik! Falls sich hin und wieder ein Blutklümpchen oder Gerinnsel in das Menstruationsblut mischt, ist dies kein Grund zur Sorge. Häufen sich die Klumpen jedoch, sind sie ungewöhnlich groß oder werden zum allmonatlichen Begleiter, lassen Sie sich von Ihrem Frauenarzt untersuchen und beraten. Gemeinsam finden Sie sicher die für Sie richtige Behandlungsmöglichkeit!

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