Starke Blutungen lindern: die Gebärmutter­entfernung

Was sind die Vorteile?

  • Sie können Ihre Periode nicht mehr bekommen. Starke Regelblutungen gehören somit der Vergangenheit an. Allerdings: Auch im Gebärmutterhals befindet sich Gebärmutterschleimhaut. Wird der Gebärmutterhals nicht mit entfernt, besteht die Möglichkeit, dass Sie zum Zeitpunkt Ihrer Periode weiterhin etwas Blut verlieren.
  • Da Sie nicht mehr schwanger werden können, müssen Sie sich über Verhütung keine Gedanken mehr machen.
  • Manchmal werden bei einer Hysterektomie auch die Eierstöcke entfernt. Das Krebsrisiko wird dadurch erheblich gesenkt.
  • Wird bei dem Eingriff auch der Gebärmutterhals entfernt, kann kein Gebärmutterhalskrebs mehr entstehen.

Was sind die Nachteile?

  • Eine Gebärmutterentfernung ist ein endgültiger Eingriff – also nicht umkehrbar.
  • Eine Schwangerschaft ist nach der Entfernung der Gebärmutter ausgeschlossen. Die Operation eignet sich daher nur für Frauen, die die Familienplanung abgeschlossen haben.
  • Werden auch die Eierstöcke entfernt, ändert sich Ihr Hormonhaushalt schlagartig und grundlegend. Sie kommen sofort in die Wechseljahre, die mit typischen Symptomen wie Hitzewallungen, vaginaler Trockenheit und Stimmungsschwankungen einhergehen können.
  • Wird auch der Gebärmutterhals entfernt, besteht ein geringes Risiko, dass dabei die Harnleiter beschädigt werden.
  • Wie jeder andere chirurgische Eingriff unter Vollnarkose ist auch die Entfernung der Gebärmutter mit Risiken verbunden (siehe unten).
  • Nach der Operation brauchen Sie mindestens vier bis acht Wochen Zeit für die Genesung.

Für wen kommt der Eingriff infrage?

Die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) gilt unter Experten sehr oft als letzte Behandlungsoption. Sie wird in Betracht gezogen, wenn andere Therapien für bestimmte Erkrankungen nicht infrage kommen oder nicht das erwünschte Ergebnis zeigen.

Zu diesen Erkrankungen und Beschwerden zählen zum Beispiel:

Menstruationsprobleme, zum Beispiel sehr starke Regelblutungen

Die Entfernung der Gebärmutter ist ein schwerer Eingriff, der vielfältige Auswirkungen auf den Körper und die Psyche einer Frau haben kann. Daher sollten die Vor- und Nachteile vorher gründlich gegeneinander abgewogen werden.

Gut zu wissen: Ziehen Sie oder Ihr Arzt eine Entfernung der Gebärmutter aufgrund starker Regelblutungen in Betracht, kann eine Behandlung mit der NovaSure-Methode eine minimal-invasive Alternative für Sie sein. Bei diesem Eingriff wird die Gebärmutterschleimhaut mittels Hitze verödet. Die Gebärmutter selbst bleibt erhalten.

Wie läuft die Gebärmutterentfernung ab?

Es gibt mehrere Methoden, die Gebärmutter operativ zu entfernen. Der Eingriff wird unter Vollnarkose vorgenommen. Dafür ist eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus nötig.

  • Vaginale Hysterektomie
    Bei dieser Methode werden die Gebärmutter und der Gebärmuttermund durch die Scheide entfernt. Diese Operationsmethode wird meistens bevorzugt, weil keine sichtbaren Narben bleiben und der Genesungsprozess schneller verläuft als bei anderen Methoden. Sie ist aber nicht immer möglich. Eine Voraussetzung ist, dass die Gebärmutter nicht zu groß und die Scheide nicht zu eng ist.
  • Laparoskopische Hysterektomie
    Bei einer laparoskopischen Hysterektomie oder auch Schlüssellochoperation werden mehrere kleine Einschnitte in den Bauch gemacht. Über diese Einschnitte wird das Endoskop eingeführt. Der Gynäkologe kann die Operation dann über einen Bildschirm beobachten. Die Gebärmutter wird Stück für Stück über das Endoskop oder die Scheide entfernt. Das Infektionsrisiko ist geringer als bei der traditionellen Operationsmethode und auch die Genesung verläuft vergleichsweise schneller. Der Eingriff hinterlässt nur kleine Narben.
  • Abdominale Hysterektomie
    Bei dieser Methode wird die Gebärmutter über einen Schnitt durch die Bauchdecke, knapp über dem Schambein, entfernt. Dieser horizontale Schnitt hinterlässt eine Narbe. Manchmal muss zusätzlich noch ein vertikaler Schnitt gesetzt werden, wenn beispielsweise die Gebärmutter sehr groß ist oder Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert wurde. Bei dieser Methode ist die Gefahr von Komplikationen am größten und der Genesungsprozess dauert am längsten.

Welche Risiken bestehen?

Die Risiken einer Gebärmutterentfernung hängen unter anderem von der gewählten Operationsmethode ab. Es können zum Beispiel folgende Komplikationen auftreten:

  • Infektionen
  • Blutungen
  • Thrombosen
  • Beschädigungen der Harnwege oder des Darms
  • Beschädigung anderer innerer Organe
  • Narkoserisiken
  • Beckenbodensenkung
  • Depressionen

Wer zahlt den Eingriff?

Liegen medizinische Gründe vor, die für eine Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) sprechen, und empfiehlt Ihr Frauenarzt Ihnen den Eingriff, so übernehmen die Krankenkassen die Kosten für die Operation.

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